Die „The 50 Best Bars“-Liste hat ihre neueste Ausgabe veröffentlicht, und die Bar Leone aus Hongkong hat erneut den Spitzenplatz als „World’s Best Bar“ erfolgreich verteidigt. Diese wiederholte Auszeichnung ist ein bemerkenswerter Erfolg für die Bar, die von Lorenzo Antinori mitbegründet wurde, und markiert ein Novum in der Geschichte des Rankings, da sie als erste Bar aus Asien den Titel zum zweiten Mal in Folge gewinnt. Die festliche Preisverleihung, die die globale Cocktail-Branche zusammenführte, fand in Mailand statt und würdigte die herausragendsten Lokale, talentiertesten Barkeeper und führenden Marken der internationalen Mixologie-Szene.

Bar Leone dominiert die globale Bar-Szene und Europas aufstrebende Cocktail-Metropolen

Die Bar Leone, beheimatet im Central-Viertel von Hongkong, zieht ihre Inspiration aus den traditionellen römischen Trattorien des Viertels Trastevere und bringt somit ein Stück authentische italienische Trinkkultur in die pulsierende Metropole. Anstatt den neuesten Trends hinterherzujagen oder auf aufwendige Effekte zu setzen, verfolgt die Bar eine klare Philosophie: Cocktail Popolari – Cocktails für das Volk. Im Mittelpunkt stehen hierbei ungezwungene Gastfreundschaft und tadellos zubereitete Getränke. Das Interieur der Bar verbindet italienische Vintage-Elemente mit einer einladenden Nachbarschaftsatmosphäre, die durch Holzakzente, Fußball-Memorabilia und nostalgische Dekorationen unterstrichen wird – eine Umgebung, die Authentizität ausstrahlt und zum Verweilen einlädt.

Das Team um Lorenzo Antinori hat ein Getränkeprogramm entwickelt, das sich auf perfekt umgesetzte Klassiker mit italienischem Einschlag und hochwertigen Zutaten konzentriert. Neben den Signature-Drinks werden beliebte Snacks wie geräucherte Oliven und Mortadella-Sandwiches angeboten. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2023 hat die Bar Leone einen beeindruckenden Aufstieg hingelegt: 2024 debütierte sie auf Platz 1 der „Asia’s 50 Best Bars“, verteidigte diesen regionalen Titel 2025 und wurde im selben Jahr schließlich zur „World’s Best Bar“ gekürt, nachdem sie im Vorjahr den zweiten Platz belegt hatte.

Die „The 50 Best Bars“-Rangliste, die in ihrer 18. Auflage die Top-Vertreter der internationalen Cocktailkultur ehrt, sah neben der Bar Leone vier weitere exzellente Etablissements in den Top 5: Moebius Milano aus Mailand auf Platz 2, das auch als „The Best Bar in Europe 2026“ ausgezeichnet wurde; Alquímico aus Cartagena auf Platz 3, welches den Titel „The Best Bar in South America“ und den Michter’s Art of Hospitality Award erhielt; Bar Us aus Bangkok auf Platz 4; und Line aus Athen auf Platz 5, die zusätzlich den Ketel One Sustainable Bar Award entgegennehmen durfte.

Ein bemerkenswerter Trend in diesem Jahr ist der Aufstieg von Paris zur führenden Cocktail-Destination Europas, die London erstmals überholt hat. Mit vier Bars – The Cambridge Public House (Nr. 13), Bar Nouveau (Nr. 15), dem Newcomer De Vie (Nr. 23) und Danico (Nr. 26) – stellt die französische Hauptstadt fast ein Viertel der 18 europäischen Einträge. Paris teilt sich damit global den Spitzenplatz als Stadt mit den meisten prämierten Bars, zusammen mit Hongkong und New York. London und Athen folgen mit jeweils drei Bars, wobei Athen besonders durch „The Bar in Front of the Bar“ (Nr. 19), den Gewinner des Nikka Highest Climber Award, glänzte, der 28 Plätze nach oben kletterte.

Der amerikanische Kontinent wird von New York angeführt, das ebenfalls mit vier Bars in der Liste vertreten ist, darunter der beeindruckende Neueinsteiger Schmuck (Nr. 11), der den Three Cents Best New Opening Award erhielt. Mexiko-Stadt behauptete seine Position mit drei Bars, darunter Handshake Speakeasy (Nr. 6) als „The Best Bar in North America“. In Südamerika wurden neben Alquímico weitere Bars aus Medellín, Lima und São Paulo ausgezeichnet. In Asien dominierte Hongkong mit der Bar Leone an der Spitze und drei weiteren Einträgen, während Bangkok mit drei Bars und Seoul, Singapur sowie Tokio mit jeweils zwei Bars stark vertreten waren.

Zusätzlich zu den Platzierungen wurden verschiedene Sonderpreise verliehen, darunter der Roku Industry Icon Award an Shingo Gokan, der Ketel One Sustainable Bar Award an Line aus Athen für ihr Engagement in puncto Nachhaltigkeit, und der Michter’s Art of Hospitality Award an Alquímico. Destinationstitel gingen an Mimi Kakushi (Dubai) als „The Best Bar in the Middle East“, Caretaker’s Cottage (Melbourne) als „The Best Bar in Australasia“ und erstmals an Front/Back (Accra) als „The Best Bar in Africa“, was die wachsende globale Reichweite der Auszeichnung unterstreicht.

Die jährliche Veröffentlichung der „The 50 Best Bars“ seit 2009 wird von einer Akademie aus über 800 Drinks-Experten weltweit bewertet und gilt als das wichtigste Ranking für Fachleute und Liebhaber der Cocktail-Kultur. Das Abstimmungsverfahren, das Anonymität und strenge Kriterien umfasst, bevorzugt Bars mit internationaler Sichtbarkeit. Deutschland bleibt jedoch weiterhin ohne Vertretung in den Top 50, was laut Experten nicht an mangelnder Qualität, sondern an fehlender internationaler Vernetzung und strategischem Marketing liegt. Der Erfolg von Wax On aus Berlin auf der „50 Best Bars Europe“-Liste zeigt jedoch das Potenzial deutscher Bars, das durch gezielte PR und Marketing noch ausgeschöpft werden könnte.

Ein Plädoyer für internationale Sichtbarkeit: Was Deutschland von den Top-Bars lernen kann

Die erneute Auszeichnung der Bar Leone als „World’s Best Bar“ unterstreicht die globale Dynamik und den Wettbewerb in der Cocktail-Szene. Der anhaltende Erfolg asiatischer und lateinamerikanischer Bars zeigt, dass Exzellenz und innovative Konzepte weltweit Anerkennung finden. Für Deutschland wirft die Abwesenheit in der Top-50-Liste wichtige Fragen auf. Es ist offensichtlich, dass herausragende Qualität allein nicht ausreicht. Vielmehr bedarf es einer strategischen Anstrengung, um internationale Sichtbarkeit und Vernetzung zu fördern. Deutsche Städte und Gastronomen könnten von den erfolgreichen Marketingstrategien anderer Metropolen lernen, um ihre Bar-Kultur auf die Weltbühne zu bringen. Dies würde nicht nur einzelnen Bars, sondern der gesamten deutschen Gastronomie- und Tourismusbranche zugutekommen und könnte neue Impulse für Innovation und internationalen Austausch setzen.