

Der Fachverband für Gastronomie- und Großküchenausstattung (GGKA) bereitet sich aktiv auf sein 40-jähriges Bestehen im Jahr 2028 vor. Mit einer klaren Vision für die Zukunft hat der Verband innovative Programme initiiert, um den Branchennachwuchs zu fördern, die Qualifikation der Fachkräfte zu verbessern und den Austausch innerhalb der Branche zu intensivieren. Ziel ist es, die Rolle des Großküchen-Fachhandels stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und dem anhaltenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Julian Fuchs, stellvertretender Vorsitzender des GGKA und selbst erfahrener Fachhändler, betont die zentrale Bedeutung des Fachhandels: „Wir sind in vielen Großstädten in fast jedem Gebäude präsent und leisten unentbehrliche Arbeit, die jedoch oft unbemerkt bleibt.“ Er hebt hervor, dass Fachhändler nicht nur bei der Planung und Ausstattung von Großküchen und Gasträumen beraten, sondern auch den reibungslosen Betriebsablauf durch umfassenden Service sicherstellen. Die Herausforderung besteht darin, diese Leistungen sichtbar zu machen, insbesondere um junge Menschen für die Branche zu begeistern.
Trotz der Nischenexistenz und des akuten Bedarfs an neuen Talenten verzeichnet der GGKA ein bemerkenswertes Wachstum. Kaith Brauneis, Vorsitzender des Verbandes, berichtet von aktuell 78 ordentlichen Mitgliedern und 50 Fördermitgliedern. Besonders im Jahr 2025 gab es einen deutlichen Zuwachs, was Brauneis auf verstärkte Kommunikation und die erhöhte Aktivität des Verbandes zurückführt. Er sieht den Bedarf, die Bekanntheit der Branche so zu steigern, dass jeder sofort die „Jungs aus der Großküchentechnik“ erkennt.
Ein wesentlicher Schritt zur Zukunftssicherung ist die Verjüngung des GGKA-Vorstands, der gemeinsam die „Vision GGKA 2030“ entwickelt hat. Diese dient als Leitrahmen für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen. Unter der Führung von Kaith Brauneis arbeitet der Vorstand an verschiedenen Initiativen, darunter die Gewinnung von Nachwuchskräften, die Weiterbildung der Mitglieder und die Intensivierung der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Die ehrenamtlich tätigen Vorstandsmitglieder bringen ihre umfassende Markterfahrung ein, um die Branche zukunftsorientiert zu gestalten.
Ein herausragendes Projekt ist das Nachwuchsformat der GGKA-Azubitage, das seit 2022 Auszubildende von Mitgliedsunternehmen zu Bildungsreisen bei Industriepartnern einlädt. Diese mehrtägigen Veranstaltungen bieten Einblicke in Ausbildungswerkstätten, praktische Arbeit an Geräten und fördern den geselligen Austausch. Kaith Brauneis zeigt sich begeistert vom Erfolg: „Es ist uns gelungen, einen engen Austausch zwischen Auszubildenden und Industriepartnern herzustellen, woraus wichtige Netzwerke für die Zukunft entstehen.“ Die Teilnahme ist kostenfrei für Mitgliedsunternehmen und wird durch Industriepartner und den GGKA finanziert.
Ein weiterer Meilenstein ist die Qualifizierungsmaßnahme „IHK Fachkraft Großküchentechnik“, die der GGKA in Zusammenarbeit mit der Pittler Pro Region Berufsausbildung ins Leben gerufen hat. Angesichts des Fachkräftemangels in technisch versierten Berufen wurde diese wegweisende Ausbildung entwickelt. Das Programm, das elf Wochen dauert und in zwei Blöcke unterteilt ist, vermittelt grundlegendes Know-how in Bereichen wie Metallverarbeitung, Elektrotechnik, Kältetechnik und Brandschutz. Industriepartner stellen hierfür moderne Schulungsgeräte zur Verfügung, um eine praxisnahe Ausbildung zu gewährleisten. Finanziell wird das Programm durch Förderprogramme der Arbeitsagenturen unterstützt, was es für viele Betriebe attraktiv macht.
Die intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden und Organisationen wie dem FCSI, VdF, HKI oder dem Leaders Club ist ein weiteres Schlüsselelement der GGKA-Strategie. Diese regelmäßigen „Verbändegespräche“ dienen dazu, frühzeitig Trends, Regulierungen und Marktentwicklungen zu erkennen und den Informationsfluss innerhalb der Branche zu beschleunigen. Der GGKA nutzt diese Plattformen auch, um eigene Anliegen einzubringen und die Außendarstellung der systemrelevanten, aber oft unsichtbaren Branche zu verbessern.
Zusätzlich baut der GGKA unter der Leitung des neuen Geschäftsführers Andreas Körner den Mitgliederservice im Bereich Weiterbildung aus. Präsenzschulungen in Zusammenarbeit mit Industriepartnern und Trainings zu Vertrieb und Marketing erfreuen sich hoher Nachfrage. Diese Formate fördern nicht nur den Wissenstransfer, sondern auch den wichtigen informellen Austausch. Geplant sind außerdem regionale Stammtische, die als niedrigschwellige Plattformen für den kollegialen Austausch über Themen wie Personal, Unternehmensführung und IT dienen sollen. Alle Initiativen des GGKA verfolgen das gemeinsame Ziel, die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen, um dringend benötigten Nachwuchs, Quereinsteiger und zukünftige Führungskräfte zu gewinnen.
Der GGKA begegnet den Herausforderungen der Branche mit einem umfassenden Maßnahmenkatalog, der von offenen Netzwerken über attraktive Azubi-Tage bis hin zu qualifizierten Schulungsangeboten und regionalen Austauschformaten reicht. Diese Strategie zielt darauf ab, die Wahrnehmung der Großküchentechnik in der Öffentlichkeit zu stärken und die Branche für zukünftige Talente noch attraktiver zu gestalten. Durch eine deutlich persönlichere Kommunikation und die Bündelung der Kräfte strebt der Verband mehr Sichtbarkeit, mehr Nachwuchs und eine dynamischere Entwicklung an.
