

Die Gewohnheit, Speisen in Restaurants zu fotografieren, ist heutzutage weit verbreitet – ob von Foodbloggern, Influencern oder einfach Gästen, die eine Erinnerung festhalten möchten. Einst rümpften Restaurantbesitzer und Köche die Nase über das Fotografieren und stellten entsprechende Verbotsschilder auf. Doch seitdem Kameras in Telefonen integriert sind, ist das Fotografieren von Gerichten zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Allerdings macht das Fotografieren von Speisen nur dann wirklich Sinn, wenn der Teller auch ästhetisch ansprechend angerichtet ist. Während Köche diese Kunst beherrschen, stellt sich die Frage, wie man dies in der heimischen Küche umsetzen kann.
Eine einfache Faustregel für das Anrichten ist zwar bekannt – Fleisch oder Fisch auf 6 Uhr, Sättigungsbeilagen auf 10 Uhr und Gemüse auf 2 Uhr –, doch es geht auch kreativer. Inspiration und praktische Anleitungen bietet das Buch „style your dish – Foodstyling für zuhause“ von Anke Noack und Anna Pribyl. Auf 272 Seiten werden mit über 700 brillanten Fotos die wichtigsten Gestaltungsprinzipien für eine fantastische Telleroptik vermittelt. Das Buch beginnt mit den „Top Ten des Anrichtens“, wobei eine gute Planung als unverzichtbar hervorgehoben wird. Ein wichtiger Aspekt ist beispielsweise die Auswahl des passenden Tellers, da selbst die besten Speisen auf unpassendem Geschirr ihren Reiz verlieren können. Das Buch beleuchtet die vier wesentlichen Gestaltungsregeln: Farbe, Komposition, Inszenierung und kleine Extrazutaten für große Wirkung.
Es ist erstaunlich, wie viel Freude es bereitet, Speisen richtig in Szene zu setzen. Das Buch bietet hierzu wunderbare Anregungen, die über das einfache Pressen von Essen in Metallringe oder das Malen von Saucenstraßen hinausgehen. Dekorationen, wie beispielsweise selbstgemachte Parmesanchips, sind einfacher herzustellen als gedacht und haben einen großen positiven Effekt auf die Optik der Gerichte. Die Rezepte im Buch sind erfreulicherweise alltagstauglich und werden Schritt für Schritt illustriert, um perfekte Ergebnisse zu erzielen.
Die Kunst des Foodstylings bietet nicht nur die Möglichkeit, alltägliche Mahlzeiten zu verschönern, sondern auch eine kreative Ausdrucksform zu finden. Indem man lernt, Gerichte ästhetisch ansprechend zu präsentieren, wird das Essen zu einem Erlebnis für alle Sinne. Dies fördert eine positive Einstellung zum Kochen und Genießen, bereichert den Alltag und kann sogar dazu beitragen, bewusster mit Lebensmitteln umzugehen. Das Streben nach Schönheit im Kleinen, wie der Präsentation eines Tellers, kann das Wohlbefinden steigern und zu einem Gefühl der Freude und Zufriedenheit beitragen.
